Qualitätsentwicklung FWG
Unsere Schulentwicklung an der FWG im Rückblick und Überblick
Was hat uns im Jahre 2000 bewogen, in den beginnenden Qualitätsentwicklungsprozess an beruflichen Schulen
in Baden-Württemberg einzusteigen?
Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft haben unmittelbare Auswirkungen auf das Bildungswesen.
Die beruflichen Schulen sind wegen ihrer Nähe zum Beschäftigungssystem und als Partner der Wirtschaft in der Berufsausbildung davon besonders betroffen.
Die einzel
ne berufliche Schule braucht eine Erweiterung ihres Handlungsspielraums, um die Schul- und Unterrichtsqualität eigenverantwortlich und passgenau zu den Herausforderungen vor Ort weiterentwickeln zu können.
Vom Lehr- zum Lernprozess, mit diesem Schlagwort wird vielfach der Wandel der Rolle der Lehrer von „Einzelkämpfern“ zum „Team“ beschrieben. Nicht mehr der Frontalunterricht, sondern der Lernprozess des Schülers steht im Mittelpunkt.
Die Stärkung der Eigenständigkeit beruflicher Schulen war erklärtes politisches Ziel, das hat uns interessiert!
Kurzer Abriss unserer Aktivitäten:
Von 2001-2003 nahm die FWG am Projekt STEBS (Stärkung der Eigenständigkeit beruflicher Schulen) vom Kultusministerium teil. Ziel dieses Projektes war die Initiierung von Erfahrungsprozessen bei dezentraler Verantwortung.
In den Jahren 2004-2006 waren wir eine der 15 Modellschulen im Land Baden-Württemberg für das Projekt OES (Operativ Eigenständige Schulen). Zur systematischen Schulentwicklung zählten:
Leitbildentwicklung - als Vorstufe wurden Leitziele festgelegt
Selbstevaluationen – Fragebogenaktionen, Durchführung in den Projektgruppen
Fremdevaluation - im Januar 2006 mit Rückmeldung über Stärken und Schwächen der Schule und zur Förderung eines verbindlichen Qualitätsmanagements. Die nächste Fremdevaluation ist für das Jahr 2010 geplant.
Ein wesentlicher Ansatzpunkt der Verbesserung der Unterrichtsqualität ist der Aufbau einer Feedbackkultur. Seit dem Schuljahr 2006/07 verpflichtet sich jede Lehrkraft zur Durchführung von mindestens einem Individualfeedback (Schüler – Lehrer oder Lehrer – Lehrer).
Was das Feedback als Rückmeldung für den Einzelnen bedeutet bewirkt die Evaluation für die Gruppe. Im Schuljahr 2008/09 wird ein Evaluationskonzept entwickelt, nach dem jede Abteilung und Gruppierung ihre Arbeit regelmäßig reflektiert.
Die mangelnde Transparenz und Kommunikation im Schulbetrieb aufgrund der Rolle der Lehrkraft als Einzelperson im Unterrichtsgeschehen, waren die wesentlichen Defizite, die sich bei der ersten Evaluation 2001 heraus kristallisierten. Das Intranet als zentrale interaktive Kommunikationsplattform war die Antwort. Integriert in das Intranet wurde das digitale Handbuch mit den wesentlichen Beschreibungen der Abläufe und Fundus von Formularen und Unterlagen.
Nachdem in den ersten Jahren der Fokus auf die Organisationsstruktur als Basis und Voraussetzung für eine funktionierende Qualitätsentwicklung gelegt wurde, steht der Unterricht in den letzten Jahren im Mittelpunkt. Mit dem Paradigmenwechsel vom Lehr- zum Lernprozess wird ausgedrückt, dass nicht das Handeln der Lehrkraft, sondern der gelungene Lernprozess des Schülers das Ziel ist. Ein ganzheitlicher Ansatz ersetzt den Einzelkämpfer „Lehrer“ durch das Team, welches gemeinsam Lernbereiche, Lernstrategie, Methode und durch Evaluationen unterstützte Nacharbeit ausarbeitet bzw. gestaltet.
Als logische Konsequenz der Eigenverantwortung wurden mit der Schulaufsichtsbehörde (RP) und dem sächlichen Träger (Stadt Freiburg) Zielvereinbarungen für einen Zeitraum von ca. 5 Jahren vereinbart (2007-2012).
Von 2007 bis 2011 werden alle beruflichen Schulen in Baden-Württemberg den OES-Prozess einsteigen. Die FWG als Modellschule fungiert dabei als soge-nannte Stützpunktschule, um mit den Erfahrungen im Schulentwicklungsprozess die anderen Schulen zu beraten.

